• TRES MORILLAS – TANZMUSIK UND LIEDER SÜDSPANIENS

    Samstag, 17. September 2016, 19:30 Uhr, Fürstensaal des Landgrafenschlosses Marburg

TRES MORILLAS – TANZMUSIK UND LIEDER SÜDSPANIENS

Samstag, 17. September 2016, 19:30 Uhr, Fürstensaal des Landgrafenschlosses Marburg

Maria Jonas – Gesang
Les trois mains (Ensemble für Alte Musik)
   Jung-Hyun Yu – Blockflöte
   Kateřina Ozaki – Barockvioline/Fidel
   Christian Zincke – Viola da gamba
   Toshinori Ozaki – Laute/Barockgitarre/Ud
   Guillaume Chastel – Percussion
   Roxana Neacșu – Cembalo/Klaviziterium

 

Programm

Gaspar Sanz (1640–1710): Tanzmusik aus „Instrucción de música sobre la guitarra española Libro secondo 1675“*
Anonymus: Las Tres Morillas | So ell enzina
Alonso Mudarra (um 1508–1580): Isabel
Diego Ortiz (1510–1570): Recercada segunda
Juan del Encina (1468–1529): Qu’es de ti, desconsolado? | Levanta, Pascual | Romance del Rey Moro que perdió Alahama
Gaspar Sanz (1640–1710): Jacaras* | Españoletas* | Canarios*
Antonio Soler (1729–1783): Fandango*
Sefardim (Anonymus): Pregoneros | Nani, nani | Porque Ilorax blanca niña | Bre, Sarica, bre | Con la cuba y la furcha

(* Bearbeitung von Toshinori Ozaki)

 

 

 

Maria Jonas – Gesang

Maria JonasDie Sängerin Maria Jonas ist eine der kreativsten und vielseitigsten Persönlichkeiten Kölns, die als Interpretin Alter und immer häufiger Improvisierter Musik zu erleben ist. Maria Jonas ist stets auf der Suche nach einer lebendigen Auseinandersetzung mit Alter und jeglicher Art von Musik als Solistin sowie in ihren Ensembles Ars Choralis Coeln (Frauenschola) und Ala Aurea (Ensemble für mittelalterliche Musik). Darum umschreibt der Begriff „Trobairitz“ ihr Wirken besser als die übliche Bezeichnung Sängerin. Die Trobairitz waren das weibliche Gegenstück zu den Trobadors im 11. bis 13. Jh. im südlichen Frankreich. Das Wort stammt von dem okzitanischen Wort trobar: finden, erfinden.

Maria Jonas hat in Köln zunächst Oboe studiert und leitete einige Jahre eine Musikschule in Venezuela. Zurück in Europa widmete sie sich ihrer Gesangsausbildung bei Jessica Cash in London und dem Studium der Alten Musik mit Monserrat Figueras in Barcelona und René Jacobs an der Schola Cantorum Basiliensis. Sie hatte einen Lehrauftrag für historischen Gesang an der Musikhochschule Leipzig inne und unterrichtet seit 1999 an der Folkwang-Universität Essen (Master Musik des Mittelalters). Gastdozenturen führten sie an die Hochschulen in Belgrad, Rostock, Zürich und Tilburg.

Konzertreisen, u. a. mit dem Europäischen Barockorchester unter der Leitung von Roy Goodman und mit den English Baroque Soloists unter John Eliot Gardiner, führten sie durch ganz Europa. Im Bereich des Musiktheaters verpflichteten Gastspielverträge Maria Jonas u. a. an das Teatro Regio di Parma, das Teatro Comunale di Ferrara, das Teatro Real de Madrid, das Teatro Camoes Lisboa, Concertgebouw Amsterdam, Royal Albert Hall, Schauspielhaus Bochum, Festspiele Ludwigsburg. In der Titelpartie von Philip Glass/Robert Wilsons Oper „The White Raven“ und unter der musikalischen Leitung von Dennis Russell Davies, trat sie in Lissabon, Madrid, der Carnegie Hall (NYC) auf und war damit auch im Lincoln Center Festival (NYC) zu sehen.

Als kreativer Geist wird Maria Jonas zunehmend auch bei der Entwicklung von Veranstaltungskonzepten zu Rate gezogen. So übernahm sie 2008 die künstlerische Leitung der interkulturellen Klangwerkstatt „KOLUMBA singt“, die jährlich mit wechselnden Gästen stattfindet unter anderem: Pauline Oliveros (USA), Amelia Cuni (Berlin), Laura Newton (Tübingen), Jalda Rebling (Berlin). Hier können musikalische Experimente zur Konzertreife gelangen.

Maßgeblich wirkt sie auch bei der Kölner Initiative ZAMUS (Zentrum für Alte Musik) mit.

Jung-Hyun Yu – Blockflöte

jung hyun yu foto lutz sternstein 9298Jung-Hyun Yu wurde als Jungstudentin an der „Korean national university of arts“ von 2002 bis 2003 im Hauptfach Blockflöte ausgebildet. Seit 2003 studiert sie, zunächst im Ausbildungsbereich Instrumental- und Gesangspädagogik, seit 2007 im Ausbildungsbereich künstlerische Ausbildung bei Prof. Michael Schneider an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main, und im Jahr 2010 schloss sie mit Diplom ab. Demnächst studiert sie im Ausbildungsbereich Konzert Examen bei Prof. Michael Schneider.

Des weiteren ist sie seit dem Sommersemester 2008 im Ausbildungsbereich „Historische Interpretationspraxis“ mit dem Hauptfach Traverso Studentin von Prof. Karl Kaiser.

In Korea hat Jung-Hyun mehrfach 1. Preise bei dem „Nationalen Blockflöten Wettbewerb“ gewonnen und Solokonzerte in Yeosu und Kwangju gegeben. 2007 trat sie als Solistin im 4. Brandenburgischen Konzert beim „Rheingau Musik Festival“ auf und spielte im November desselben Jahres im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten der "Frankfurter Telemann Gesellschaft“ die Solopartie in einem Telemann-Konzert. Beim 5. Internationaler Telemann-Wettbewerb war sie Semifinalistin. Jung-Hyun besuchte zahlreiche Kurse unter anderem bei Dorothee Oberlinger, Maurice Steger, Robert Erlich, und Jesper Christensen. Sie war Stipendiatin der „Internationalen Bach-Akademie“ in Stuttgart und der „Internationalen Händel-Akademie“ in Karlsruhe.

Kateřina Ozaki – Barockvioline/Fidel

katerina ozaki foto lutz sternstein 9668Kateřina Ozaki studierte Violine am Konservatorium in Pardubice (Tschechien) und war anschließend einige Jahre Ensemblemitglied der „Südböhmischen Kammerphilharmonie Budweis“. 2000–2005 setzte sie ihr Studium an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden bei Prof. Ivan Zenaty und Prof. Christian Uhlig fort, anschließend folgten ein Aufbaustudium „Historische Interpretationspraxis-Barockvioline“ an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main bei Petra Müllejans und Meisterklassen bei Stanley Ritchie, Richard Gwilt, Anton Steck, Daniel Deuter und Gottfried von der Goltz. Zur Zeit arbeitet sie regelmässig mit verschiedenen Ensembles und Orchestern in Tschechien und Deutschland zusammen (Collegium 1704 Prag, Freiburger Barockorchester, Le Concert Lorrain, Main Barockorchester, La Stagione Frankfurt, Capella Academica Frankfurt) und wirkte bei deren Konzerten, Rundfunkaufnahmen und CD-Produktionen mit: „J. D. Zelenka: Missa Votiva“ mit „Collegium 1704“ unter Vaclav Luks, „W. A. Mozart: Idomeneo“ mit dem „Freiburger Barockorchester“ unter René Jacobs.

Christian Zincke – Viola da gamba

Christian ZinckeChristian Zincke, geboren in Wien, studierte Viola da Gamba bei Jaap ter Linden, Rainer Zipperling und Philippe Pierlot und absolvierte sein Diplom am Koninklijk Conservatorium in Den Haag. Er liebt es, in Bibliotheken, Dissertationen und dem Internet nach bislang unerhörter Musik zu forschen. Einige Entdeckungen aus dieser Tätigkeit gibt er in der Edition Walhall heraus. Diese äußerst spannende Arbeit sieht er als wichtigen Aspekt des Musikerdaseins und als Quelle neuer Inspiration. Außerdem versucht er Menschen aller Altersgruppen das Gambenspiel zu vermitteln.

Christian Zincke spielt auf einer Viola da Gamba aus Sachsen, ca. 1710, bzw. einem Violone aus dem Alemannischen Raum aus dem frühen 17. Jahrhundert. Er konzertiert europaweit als Solist und Continuospieler und ist Mitglied namhafter Ensembles wie La Stagione Frankfurt, Camerata Köln, dem Main-Barockorchester Frankfurt, Capella Thuringia, Bell’Arte Salzburg, Hamburger Rathsmusik, Marais Consort u. a., mit denen er CDs und Rundfunkaufnahmen einspielt und in ganz Europa konzertiert.

Toshinori Ozaki – Laute/Barockgitarre/Ud

Toshinori OzakiToshinori Ozaki begann seine Musikerlaufbahn als Gitarrist und war bereits 1981 Preisträger beim Kyushu-Gitarrenwettbewerb (Japan). Er studierte „Alte Musik“ an der Musikhochschule in Osaka mit Hauptfach Laute, und an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt/M. bei Yasunori Immamura. 1998 schloss er mit dem Diplom ab. Toshinori Ozaki konzertiert in ganz Europa, Japan und Taiwan als Solist und Continuospieler bei bedeutenden Festivals und an wichtigen Spielstätten.

Regelmäßige musikalische Zusammenarbeit verbindet ihn darüber hinaus mit namhaften Ensembles wie Camerata Köln, La Stagione Frankfurt (Michael Schneider), Les Musiciens du Louvre, Grenoble (Marc Minkowski), L’arpa festante München, Le Parlement de Musique (Martin Gester) und seinen Ensembles Viaggio Musicale und Ensemble d4, mit denen er Opern- und Rundfunkproduktionen sowie CD-Einspielungen machte.

Guillaume Chastel – Percussion

Guillaume ChastelGuillaume Chastel studierte Percussion in Bayonne, Versailles und an der Musikhochschule Freiburg (Bernhard Wulff). 1997 gewann er den zweiten Preis beim Wettberwerb „Jeunes Solistes d’Île de France“ und war Teilnehmer beim internationalen ARD-Wettbewerb für Percussion. 1999 war er im Halbfinale des internationalen Vibraphon-Wettbewerbs Clermont-Ferrand. Er spielte in Ensembles wie der Basel Sinfonietta, Ensemble Aventure, Ensemble Resonanz. Bis 2001 war er Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Sein besonderes Interesse gilt den verschiedenen Kulturen und ihrem musikalischen Erbe. Er unternahm Konzert-/Studieneisen nach China, Korea, Turkmenistan, Kirgistan, Ukraine, Marokko, Vietnam. Er lebt und arbeitet in Freiburg.

Roxana Neacşu – Cembalo/Klaviziterium

Roxana Neacsu Foto Lutz Sternstein 9407Roxana Neacşu erhielt ihre erste musikalische Ausbildung an der „George Enescu“ Musikschule in Bukarest/Rumänien. Von 1998 bis 2003 studierte sie Klavier und Cembalo an der „Nationalen Musikuniversität“ Bukarest/Rumänien und schloss mit Diplom ab. Seit 2004 ist sie im Fachbereich „Historische Interpretationspraxis“ an der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst bei Prof. Harald Hoeren eingeschrieben. Meisterkurse besuchte sie unter anderem bei Menno van Delft und Jesper Christensen. Roxana Neacşu ist Ensemblemitglied im „Dorin Teodorescu“ Kammerorchester Bukarest, spielt in verschiedenen Ensembles wie z. B. „Pulcinella“ und „La passione“ und arbeitet in regelmäßigen Abständen mit den „Heidelberger Sinfonikern“ zusammen. Sie wirkte bei CD-Einspielungen der „Heidelberger Sinfoniker“ und anderen Rundfunkproduktionen (u. a. Deutschlandradio Kultur-Hörprobe Deutschland) mit.